„Großer Flur“ nimmt Vorreiterrolle ein

Fränkische Nachrichten berichten (09.08.2003):

Im Laudaer Neubaugebiet entsteht ab Ende 2003 ein neues Senioren- und Pflegezentrum Lauda-Königshofen. In der näheren und auch weiteren Umgebung gibt es dafür noch kein Beispiel, die Stadt Lauda-Königshofen nimmt somit in diesem Fall eine Art „Vorreiterrolle“ ein: Im Neubaugebiet „Großer Flur“ in Lauda, und zwar ziemlich im Eingangsbereich im Mörikeweg, soll ein so genanntes „Senioren- und Pflegezentrum“ entstehen.

Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich nichts anderes als eine eigentlich sinnvolle Kombination zweier getrennter und doch miteinander verbundener Gebäude zu einer vernetzten Einheit. „Betreutes Wohnen“ und ein Pflegeheim quasi unter einem Dach – die detaillierten Pläne dieser in die Zukunft weisenden Einrichtung wurden nun im Rathaus in Lauda und bei einem Termin „vor Ort“ direkt unterhalb des Kreisels ausführlich vorgestellt.

Namens der Initiatoren, der Stadt Lauda-Königshofen und der Firma Ranft & Kästner (Creglingen), die für die Projektentwicklung, Planung, Umsetzung, Vermarktung und damit den Verkauf, die Vermietung sowie Verwaltung verantwortlich zeichnet, gingen Bürgermeister Otmar Heirich und Geschäftsführer Michael Ranft auf dieses neuartige Konzept ein, das ein in sich abgerundetes Angebot beinhalte, wie es hieß. Dieser Komplex bilde die Reaktion auf die demographische Entwicklung, die erst kürzlich im Gemeinderat zur Sprache gebracht worden sei (wir berichteten), so das Stadtoberhaupt, das noch kurz in chronologischer Form an die umfangreiche Vorgeschichte zu dieser Maßnahme erinnerte.

„Das ist in jeder Hinsicht ein zukunftsträchtiges Vorhaben“, meinte Heirich, der auf dem insgesamt 5500 Quadratmeter großen Grundstück ein „harmonisches Verhältnis zwischen Wohn- und Freifläche“ sah. Auch die an der Nahtstelle zwischen alter und neuer Bebauung dennoch naturnahe Lage halte er für „sehr gut“, betonte der Chef der Stadtverwaltung, der darauf hinwies, dass vom Standort im Gebiet „Großer Flur“ aus eine problemlose Anbindung an die Innenstadt gegeben sei, ganz zu schweigen von den in unmittelbarer Nähe vorhandenen Freizeiteinrichtungen. Auch ein Supermarkt sei ohne besondere Schwierigkeiten zu Fuß erreichbar, unterstrich Otmar Heirich, der darüber hinaus generell auf die wohnortnahe Versorgung mit Pflegeleistungen aufmerksam machte.

Als wichtig erachte er auf jeden Fall die Akzeptanz in der Bevölkerung, erklärte danach Geschäftsführer Michael Ranft, der das Projekt als „Ergänzung des Dienstleistungsangebotes“ betrachtete und keineswegs etwa als Konkurrenz zum bereits bestehenden Johann-Bernhard-Mayer-Altenheim in der Luisenstraße. Der Planer, der kurz die entscheidenden Unterschiede streifte, befasste sich dann eingehend mit dem Umfang der Maßnahme, wobei daran gedacht sei, den Neubau des Pflegeheimes auf 44 Voll- und Kurzzeitpflegeplätze der Stufen I bis III sowie drei Tagespflegeplätze auszulegen. Dem diakonischen Betriebsträger bescheinigte Ranft „eine hervorragende Erfahrung und einen hohen Qualitätsstandard in der stationären und ambulanten Pflege“.

Das „Betreute Wohnen“ sehe ein neues Gebäude mit 20 Wohnungen vor, die eineinhalb bis drei Zimmer bei einer Fläche zwischen 45 und 90 Quadratmeter aufwiesen, fügte der Geschäftsführer an, der die jeweiligen Nebenräume, den Balkon, die behindertengerechte Planung sowie die komfortable Ausstattung wie beispielsweise elektrische Rollläden nicht unerwähnt lassen wollte. Die Grundversorgung mit einem Notrufsystem, die Gebäudereinigung, die Pflege der Außenanlagen und der Winterdienst seien selbstverständlich im „Gesamtpaket“ enthalten, hinzu kämen Wahlleistungen, die auf Wunsch vom „Essen auf Rädern“ über den Wäscheservice bis hin zur ambulanten Pflege im Krankheitsfall reichten, um nur einige zu nennen, ergänzte Michael Ranft.

Bereits im Vorfeld habe eine starke Nachfrage nach diesem „Senioren- und Pflegezentrum“ eingesetzt, und zwar sowohl von Selbstnutzern als auch von Vermietern beziehungsweise solchen, die Vorsorge treffen wollten, zumal man hier kaufen oder ebenso mieten könne, bemerkte der Vertreter des 1996 gegründeten achtköpfigen Creglinger Planungsbüros, der für ein Viertel der Wohnungen vorliegende Kaufabsichtserklärungen oder Reservierungen bestätigte.

Aber auch Gestaltungswünsche könnten zum jetzigen Zeitpunkt noch berücksichtigt werden, erwähnte der Geschäftsführer, der nachschob, dass außerdem daran gedacht sei, das Angebot durch diverse Praxisräume für Ärzte (die Stadt zeige hier großes Interesse an einem Augenarzt), Physiotherapeuten und Masseure, einem Kiosk mit kleinem Lebensmittelbesatz zur Nahversorgung sowie eventuell einem Friseur abzurunden. Während hier allerdings die Betreiber noch nicht festgelegt seien, stehe für das Projekt auf der anderen Seite fest, dass die Gebäude zwar eigenständig blieben, jedoch direkt miteinander verbunden würden, so dass Leistungen problemlos in Anspruch genommen und Kontakte gepflegt werden könnten, verdeutlichte Ranft.

„Wir haben unser Augenmerk vor allem darauf gerichtet, eine zukunftsorientierte Gesamtkonzeption anstatt verstreuter Einzellösungen zu erstellen, und dies alles mit Blick auf die Kostenoptimierung und eine nutzerorientierte Qualitätssicherung“, hob Michael Ranft zum Abschluss hervor, der den voraussichtlichen Baubeginn auf Ende 2003 terminierte. Bei einem Zeitvolumen, das etwa ein Jahr umspanne, wurde dabei die Gesamtsumme für diesen Komplex auf rund sechs Millionen Euro beziffert. Bix